Auf der diesjährigen 57. Berlinale schickte Thailand nur einen einzigen Film ins Rennen; in der Kategorie Generation Kplus am Start: der Geisterfilm Dek Hor (Das Internat), welcher auch gleich den Gläsernen Bären für den besten Spielfilm in dieser Kategorie abräumte. Für Thailand eine wirklich makellose Quote von 100% und dies auch zu recht, denn der Film ist eine solide Leistung des Regisseurs Songyos Sukmakanan. Im Film verarbeitet der Regisseur eigene Kindheitserinnerungen, denn er selbst ging auf das im Film gezeigte Saichon-Witaya-Internat, welches Schauplatz einer schaurigen Geister-Story ist.
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Vor allem verdankt der Film seinen Erfolg aber auch dem charmanten Jungdarsteller Charlie Trairat, welcher schon in meinem absolutem Lieblingsfilm Fan Chan – My Girl begeisterte. Dieser Film lief 2004 auf der 54. Berlinale.
Dek Hor beginnt damit, dass der 12-jährige Chatree (gespielt von Charlie Trairat) von seinen Eltern ins Internat abgeschoben wird, da er sich mit seinem Vater zerstritten hat. Dort führt die psychisch angeschlagene Lehrerin Miss Pranee (gespielt von Jintara Sukaphat) ein hartes Regiment.
Als Neuzugang ist der ruhige verschlossene Chatree krasser Außenseiter. Hänseleien, Demütigungen und derbe Scherze sind an der Tagesordnung.
Als dann unter den Schülern noch die gruselige Geschichte kursiert, dass ein ehemaliger Schüler auf mysteriöse Weise im Swimmingpool ums Leben kam und nun durch das Gebäude spukt, traut sich Chatree in der Nacht nicht auf die Toilette. Am Morgen danach wacht er dann als Bettnässer auf, begleitet vom Spott der anderen Schüler.
Einziger Lichtblick in dem tristen anonymen Internatsalltag ist sein Mitschüler Vichien (gespielt von Sirachuch Chienthaworn), mit dem er sich schnell anfreundet. Doch schon bald wird klar, dass es sich bei seinem neu gewonnenen Schulfreund um den Geist jenes Jungen handelt, welcher auf tragische Weise im Swimmingpool des Internats ums Leben kam und den nur er sehen kann. Jeden Abend um exakt 18.00 Uhr durchlebt der Geist Vichiens seinen grausamen Ertrinkungstod aufs Neue, in der Hoffnung irgendwann erlöst zu werden und seinen Frieden zu finden. Chatree fasst den selbstlosen Entschluss seinem Freund zu helfen; doch der einzige Weg dies zu tun führt ihn selbst an den Rand des Todes!!!
Mit unglaublicher Spannung zeigt der Film, wie eine enge Freundschaft zwischen zwei Jungen aus unterschiedlichen Welten möglich ist. Dank der überzeugenden Schauspieler ist aus diesem Film ein ganz besonderer geworden.
Zur Überraschung aller Zuschauer fanden sich am Ende der Filmvorführung am Sonntag, den 18. Februar 2007, noch der Regisseur und seine beiden jungen Hauptdarsteller im Kinosaal ein. Erfolgreich hatten sie sich durch die total überfüllten Straßen Berlins, aufgrund des gerade stattfindenden Karnevalsumzug am Ku-Damm, gekämpft.
Geduldig beantworteten sie nun noch die vielen Zuschauerfragen und standen auch für Autogramme und Fotos zur Verfügung.
Carsten Naß