Karaoke – ein asiatisches Phänomen
[inspic=24,right,,0]Karaoke ist eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung in Asien (u.a. in Japan, Taiwan, Thailand, Vietnam und der Volksrepublik China) bei der Amateursänger zur Musik bekannter Titel singen.
In den frühen siebziger Jahren wurde Karaoke zuerst in Japan betrieben und fand seither seine weltweite Verbreitung. Der Begriff setzt sich zusammen aus dem Wort Kara (Deutsch: “leer“) und Oke als Kurzwort für Okesutura (Deutsch: “Orchester“), also wörtlich “leeres Orchester“.
Es gibt viele Mythen über den wahren Ursprung des Karaoke; sie stimmen jedoch alle darin überein, dass die Wurzeln in der Stadt Kobe in Japan liegen. Ein Barbesitzer der Stadt hielt immer für den Fall das eine bestellte Musik-Band verhindert war, eine Musikkassette bereit. Darauf befanden sich Instrumentalversionen von diversen Musik-Hits. Unter den Barbesuchern fand sich dann immer eine gute Stimme, welche die übrigen Gäste unterhielt und für Stimmung sorgte.
Als eigentlicher Erfinder gilt jedoch Daisuke Inoue (* 10. Mai 1940 in Osaka/Japan), welcher 1971 die ersten 11 selbstgebauten Karaoke-Geräte an Bars in Kobe/Japan vermietete. Da er das Konzept nicht patentierte, die Geräte sowie die Playback-Bänder als auch die CDs jedoch bald von Unternehmen der Unterhaltungsindustrie hergestellt wurden, verdiente Daisuke praktisch nichts mit seiner Erfindung, welche heute weltbekannt ist.
Schon seit meinen ersten Thailand-Besuchen lernte ich die Thai-Musik schätzen und lieben, so dass ich mir in jedem Urlaub mehrere Alben kaufte. Zusätzlich dazu kaufte ich mir später auch Karaoke Video CDs; anfänglich jedoch nur aus dem einfachen Grund, meine Fähigkeiten im Lesen der Thai-Schrift zu perfektionieren. Für alle die Thai lernen, besonders die Schrift, sind Karaoke VCDs ein sehr gutes ergänzendes Lernmittel.
Nun habe aber auch ich die faszinierende Wirkung des Karaoke kennen gelernt und kann mich diesem Zauber einfach nicht mehr entziehen. Man kann regelrecht abhängig davon werden und singt sich von Lied zu Lied in einen Rausch. Ich selbst bezeichne mich bereits als Karaoke-Junkie!!!
In Thailand gehören mittlerweile diverse Karaoke-Besuche zu einem gelungenen Urlaub einfach dazu. Ob nun in regelrechten riesigen Karaoke-Palästen, im dortigen Gemeinschaftsraum, wo das Mikro an den Tischen reihum geht oder im V.I.P.-Raum, wo man mit seinen Freunden unter sich ist, oder in kleineren Karaoke-Bars, alles habe ich bereits genüsslich ausprobiert.
An vielen meiner Stammbars in Pattaya, so auch in der “All Bar One”, in der Soi Diana Inn, gebe ich des öfteren ein paar Lieder zum Besten; meist sind es Songs von Loso, was mir den sehr ehrenhaften Spitznamen P’ Sek (??????) einbrachte. Da die meisten Thais meinen richtigen Vornamen sowieso nur schwer aussprechen können, stelle ich mich mittlerweile sogar als P’ Sek vor.
P’ (ausgesprochen: Pii) bedeutet älterer Bruder und Sek ist der Vorname des berühmten Lead- und Frontsängers der thailändischen Band Loso, welcher nun schon seit längerer Zeit auf Solopfaden wandelt. Neben Bird Thongchai ist Sek Loso wohl der bekannteste und best verdienende Thai-Musiker aller Zeiten und auch in Deutschland sehr bekannt. Erst 2005 gab er mehrere Konzerte in verschiedenen deutschen Städten.
Auch hierzulande hält Karaoke schon seit vielen Jahren seinen Siegeszug: sei es nun in Diskotheken, Kneipen, Karaoke-Bars, auf privaten Partys etc., es ist und bleibt ein vergnüglicher, abwechslungsreicher Partyspaß für Jung und Alt.
Für Freunde der Thai-Musik ist das Angebot unermesslich groß. Wie Pilze schießen Thai-Karaoke-Bars aus dem Boden, wo man als Gast auch selbst zum Mikro greifen kann. Besonders angesagt in der letzten Zeit ist ja die “Green Mango Bar” in Berlin-Neukölln; klein aber gemütlich und mit einem sehr familiären Flair. Ab und zu werden dort sogar regelrechte Song-Contests veranstaltet.
Nach diversen Gesangsauftritten meinerseits im STARS, R.C.A., BUTTERFLY und SCORPION, konnte ich mich jetzt erst kürzlich auch mal persönlich vom “Green Mango” überzeugen. In netter Runde mit Noky (von NeuTours), ihrem Mann Markus, Aor, Noi, Andreas, Jean-Pierre etc., sangen wir mit den anderen Gästen (bemerkenswert viele Deutsche) um die Wette.
Jean-Pierres Gesangseinlagen sind ja schon legendär und immer Spitzenklasse. Aber auch Markus hat ein großes Repertoire an Thai-Songs, die er alle auswendig kann. Wer selbst mal einen Thai-Song gelernt und auch gesungen hat, weiß wie viel Arbeit darin steckt. An dieser Stelle noch mal Hut ab und bis zum nächsten Mal wenn wir wieder ein paar Liedchen um die Wette schmettern.
In diesem Sinne euer P’ Sek
(Carsten Naß)
Nachtrag:
Kürzlich stellte die 52-jährige Südkoreanerin Kim Seok Ok einen neuen Weltrekord im Karaoke-Dauersingen auf. Erst nach 979 Liedern, in 59 Stunden und 48 Minuten hörte sie in einer Karaoke-Bar in Seoul auf zu singen.
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