Denkt man an die verschiedensten Dinge bei dem Begriff Thailand, gibt es vermutlich ein Bild, welches jedem sofort vor dem geistigen Auge erscheint: die buddhistischen Mönche in ihren safranfarbenen Roben, denen man allerorts in Thailand begegnet.
Ein besonderes Ereignis ist der allmorgendliche Almosengang (???????) der Mönche, bei dem sie Essengaben von den Gläubigen empfangen. Allerdings muss man schon zeitig aufstehen um diesen Almosengang einmal live zu erleben oder noch besser, selbst den Mönchen Essen zu spenden, denn er findet gegen ca. 06.00 Uhr morgens statt.
Zeuge eines Almosenganges ganz anderer Art kann man im hohen Norden Thailands in der Provinz Chiang Rai werden. Die sehr bergige Dschungel-Region ist von den Bergvölkern besiedelt, deren Dörfer manchmal hunderte von Kilometern auseinanderliegen.
Hier, in der Abgeschiedenheit der Wildnis, im Verwaltungsbezirk Mae Chan, liegt der Tempel Wat Phra Archa Thong (Golden Horse Temple).
Um die großen Entfernungen zu überbrücken, bedienen sich Mönche und Novizen der Tiere, auf deren Rücken sprichwörtlich das Glück dieser Erde liegt – Pferde.
Über 100 Tiere befinden sich im Besitz der Mönche, die sie als Fortbewegungsmittel im Grenzgebiet zu Myanmar (früheres Burma) nutzen um auch die entlegensten Dörfer aufsuchen zu können.
Ein großer Verdienst der Mönche ist die Hilfe bei der Rehabilitierung von Drogenabhängigen in einem Gebiet, welches seit Jahrzehnten Zentrum des Opium- und Heroinhandels war; nicht zu vergessen der tägliche Almosengang oder sollte man besser sagen Almosenritt zu den Dorfbewohnern in dieser Region.
Ihnen ist es zu verdanken, dass Menschen in diesem Teil Thailands auch in Zukunft gute Taten und Verdienste tun können, welche im nächsten Leben angerechnet werden – den reitenden Mönchen von Mae Chan.
Carsten Naß