Archive for November, 2009

Sind Öl und Gas Gründe für den Konflikt?

Der Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha scheint nicht ganz nur aus einer gegenseitigen Provokation heraus entstanden zu sein, so jedenfalls politische Beobachter der Beziehungen beider Länder.

So gehe es dem kambodschanischen Ministerpräsidenten Hun Sen wohl besonders um die aus seiner Sicht umstrittene Grenzziehung im Golf von Thailand. In dieser Region werden nämlich größere Öl- und Gasvorkommen vermutet, an deren Förderung Kambodscha teilhaben will. Thailand will das jedoch nicht einsehen, weil es der Auffassung ist, die Region gehöre zweifelsohne zu ihren Hoheitsgewässern. Gerüchten zufolge hätte Hun Sen eine Vereinbarung mit dem neuen Wirtschaftsberater Thaksin Shinawatra, dass so er wieder das Amt des thailändischen Regierungschefs inne haben, wer mit Kambodscha über eine gemeinsame Förderung von Öl und Gas ins Gespräch kommen würde.

Thailand und Kambodscha – ähnlich wie 2003?

Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere noch an die schon einmal verschärften Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha im Jahr 2003. Generell ist sicher nie die Rede davon gewesen, dass beide Länder gute diplomatische Beziehungen zueinander führten, aber in diesem Jahr steigerte sich aufgrund eigentlich kleiner Auseinandersetzungen die Lage auch immer weiter hoch und eskalierte schließlich. Damals zündeten aufgebrachte Kambodschaner die thailändische Botschaft in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh an, Thailand zog sofort seinen Botschafter ab. Noch deutlicher wurde der Konflikt, als Thailand mit Militärflugzeugen nach Kambodscha flog und dort lebende Thais evakuierte. Es dauerte lange, bis wieder von Annährung zwischen beiden Ländern zu sprechen sein konnte. Nun scheint damit gänzlich Schluss zu sein, besonders, nachdem nun viele Kambodschaner ihre Geschäfte auf thailändischen Bode schlossen und in ihr Heimatland zurück kehrten. Ebenso verließen Thais nahezu fluchtartig Spielkasinos in Kambodscha.

Fronten zwischen Thailand und Kambodscha verhärten sich weiter

Wenn man die aktuelle Entwicklung der Beziehungen zwischen Thailand und Nachbarland Kambodscha betrachtet, kann man dem aktuell kaum etwas Gutes abgewinnen: den Streit um den Khmer Tempel habe ich ja bereits geschildert. Nun geht jedoch die angespannte Stimmung in eine neue Runde, denn nun wurde der ehemalige thailändische Premier Thaksin Shinawatra, dem in Thailand eine zweijährige Haftstrafe erwarten würde und der daher 2006 aus Thailand geflohen ist, zum Wirtschaftsberater der kambodschanischen Regierung ernannt! Aus thailändischer Sicht ist dies eine Provokation, schließlich proklamiert Thaksin seit seiner Amtsenthebung, die thailändische Regierung ist zu Unrecht an der Macht und müsse entmachtet werden. Als Reaktion darauf zog Thailand seinen Botschaft aus Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh ab, was ein klares Zeichen setzt. Diese harte Reaktion brachte eine entsprechend harte Gegenreaktion mit sich, und Kambodscha zog ihren Botschafter aus Bangkok ab. Details zu diesem Konflikt folgen…

Thailand auf Platz zwei der preiswertesten Reiseziele

Erstaunlich aber wahr: Thailand, ein zweifelsohne sehr günstiges Land als Urlauber schafft es dieses Jahr nicht auf Platz eins der Liste der preiswertesten Reiseziele, so jedenfalls der Reiseführer Lonely Planet.

Um ein kleines Beispiel zu geben – eine Bekannte von mir hatte ein Zimmer mit Klimaanlage für zwei Euro die Nacht bewohnt, welches nicht schlecht gewesen sein soll. Da stellt sich doch die Frage, welches Land das noch 2010 unterbieten soll. Doch die Antwort scheint einleuchtend. Denn kaum ein zweites Land hat so extrem wirtschaftlich abgebaut durch die Weltwirtschaftskrise wie dieses…die Rede ist natürlich von Island.

Aber natürlich ist ein Urlaub in Island nicht direkt mit einem in Thailand zu vergleichen, denn Klima- und Vegetationszonen könnten sich kaum mehr unterscheiden als bei diesen beiden Ländern.

Wegen Falschmeldungen ins Gefängnis

Wie nun bekannt geworden war, waren die Meldungen um die verschlechterten gesundheitlichen Zustand des thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej im vergangenen Monat nur Falschmeldungen gewesen. Aufgrund dieser Meldungen hatte die Börse in Thailand und mit ihr der thailändische Aktienindex SET einen starken Einbruch erlebt, weil der König als Hüter der öffentlichen Ordnung gesehen wird und mit seinem Tod die Wirtschaft das Standortvertrauen in Thailand verlieren könnte. Doch dem 81-jährigen König geht es seines Alters entsprechend gut, was nun für die zwei Mitarbeiter aus der Finanzbranche, welche diese die falschen Informationen ins Internet gestellt hatten, bis zu fünf Jahre Gefängnis bedeuten kann. Einer der beiden auf Kaution vorerst Entlassenen teilte mit, er hatte diese Information aus einer Meldung der Wirtschaftsagentur Bloomberg gezogen.

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