Archive for the 'Buddhismus' Category

Nationalistische Unruhen an der Grenze Thailand Kambodscha

Der Konflikt um den Tempel bei „Phrea Viharn“ (eine mögliche Schreibweise) scheint erneuten Auftrieb bekommen zu haben und sich wieder zu verschärfen. Am vergangenen Wochenende versammelten sich mehrere nationalistisch gesonnene thailändische Demonstranten an dem Monument aus dem 10. – 12. Jahrhundert, um die Besitzrechte daran gelten zu machen. Der „Berg des heiligen Klosters“, was es ungefähr übersetzt bedeutet, bringt daher die Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha, weil beide Ländern Anspruch daran erheben. Letztlich tobt dieser Konflikt, der letztes Jahr beinahe in einem Krieg gemündet wäre, seit dem 11. Jahrhundert.

Seit 1962 zählt die Tempelanlage offiziell zu Kambodscha, doch seit dem letzten Jahr protestiert Thailand vehementer dagegen, weil „Prasat Preah Vihear“ (andere Schreibmöglichkeit) nun zum Weltkulturerbe der Unesco zählt und daher noch bedeutender geworden ist.

Religion – ein wichtiger Teil des Lebens

Thailand, seine Bewohner und seine Kultur sind in besonderem Maße durch den Buddhismus geprägt, eine Religion, die spürbare Auswirkungen auf die Gesellschaft Thailands hat. In Thailand hat der Buddhismus so große Auswirkungen, weil über 90% der Bevölkerung sich zu dieser Religion bekennen. Andere Religionen können in Thailand in der Tat nur als Minderheiten betrachtet werden. Dabei machen die Moslems mit etwa 4% der Bevölkerung die zweitgrößte religiöse Gruppe ausmachen, die Christen mit 2% die drittgrößte und Hindus und Religionslose den Rest bilden.

Die reitenden Mönche von Mae Chan

Denkt man an die verschiedensten Dinge bei dem Begriff Thailand, gibt es vermutlich ein Bild, welches jedem sofort vor dem geistigen Auge erscheint: die buddhistischen Mönche in ihren safranfarbenen Roben, denen man allerorts in Thailand begegnet.
Ein besonderes Ereignis ist der allmorgendliche Almosengang (???????) der Mönche, bei dem sie Essengaben von den Gläubigen empfangen. Allerdings muss man schon zeitig aufstehen um diesen Almosengang einmal live zu erleben oder noch besser, selbst den Mönchen Essen zu spenden, denn er findet gegen ca. 06.00 Uhr morgens statt.
Zeuge eines Almosenganges ganz anderer Art kann man im hohen Norden Thailands in der Provinz Chiang Rai werden. Die sehr bergige Dschungel-Region ist von den Bergvölkern besiedelt, deren Dörfer manchmal hunderte von Kilometern auseinanderliegen.
Hier, in der Abgeschiedenheit der Wildnis, im Verwaltungsbezirk Mae Chan, liegt der Tempel Wat Phra Archa Thong (Golden Horse Temple).
Um die großen Entfernungen zu überbrücken, bedienen sich Mönche und Novizen der Tiere, auf deren Rücken sprichwörtlich das Glück dieser Erde liegt – Pferde.
Über 100 Tiere befinden sich im Besitz der Mönche, die sie als Fortbewegungsmittel im Grenzgebiet zu Myanmar (früheres Burma) nutzen um auch die entlegensten Dörfer aufsuchen zu können.
Ein großer Verdienst der Mönche ist die Hilfe bei der Rehabilitierung von Drogenabhängigen in einem Gebiet, welches seit Jahrzehnten Zentrum des Opium- und Heroinhandels war; nicht zu vergessen der tägliche Almosengang oder sollte man besser sagen Almosenritt zu den Dorfbewohnern in dieser Region.
Ihnen ist es zu verdanken, dass Menschen in diesem Teil Thailands auch in Zukunft gute Taten und Verdienste tun können, welche im nächsten Leben angerechnet werden – den reitenden Mönchen von Mae Chan.

Carsten Naß

Nonne auf Zeit

[inspic=5,right,,0]Immer wieder kann man in Berliner Thai-Tempeln (Wittenau und Marzahn) beobachten, dass Thai-Frauen ganz in Weiß gekleidet eine bestimmte Zeit im Tempel verbringen. Im Gegensatz zu richtigen Nonnen (wie auch Mönche) müssen sie während dieser Zeit aber keineswegs ihr Haupthaar abrasieren.
Die Zeremonie für diese Nonnen auf Zeit (mind. 7 Tage) nennt man Buat Chii Prahm. Die Beweggründe der Frauen eine Nonne auf Zeit zu werden sind sehr vielfältig: eine
Krankheit bekämpfen, ein schlechtes Omen (schlechtes Horoskop) abwenden, begangene Sünden wegwaschen, Körper und Seele reinigen, eine Zeit der Besinnung oder ganz schlicht Buddhas Lehre studieren. Zu diesem Zweck finden sich die Frauen in einem Tempel ein. In einer großen Zeremonie werden durch buddhistische Mönche ihre weißen Nonnen-Roben, welche sie während des gesamten Aufenthaltes tragen, gesegnet und überreicht. Die weiße Farbe der Roben symbolisiert die Reinheit.
In den nun folgenden Tagen leben die Frauen im Tempel und studieren unter Anleitung der Mönche Buddhas Lehre und üben sich in Meditation und Gebeten. Weiterhin haben sie Acht Gebote (Silas) zu befolgen. Zum Vergleich: buddhistische Mönche haben 227 Gebote zu befolgen.
Die Zeit im Tempel kann beliebig oft wiederholt werden.
Am meisten sind die Nonnen auf Zeit während Khao Phansa (buddhistische Fastenzeit) anzutreffen, da dies auch die Zeit ist, wo Mönche die Tempel nicht verlassen dürfen.
Besonderer Dank für die Recherche gilt Ging und Somkhit.


Carsten Naß