Archive for the 'Politik' Category

Thailand und Kambodscha – ähnlich wie 2003?

Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere noch an die schon einmal verschärften Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha im Jahr 2003. Generell ist sicher nie die Rede davon gewesen, dass beide Länder gute diplomatische Beziehungen zueinander führten, aber in diesem Jahr steigerte sich aufgrund eigentlich kleiner Auseinandersetzungen die Lage auch immer weiter hoch und eskalierte schließlich. Damals zündeten aufgebrachte Kambodschaner die thailändische Botschaft in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh an, Thailand zog sofort seinen Botschafter ab. Noch deutlicher wurde der Konflikt, als Thailand mit Militärflugzeugen nach Kambodscha flog und dort lebende Thais evakuierte. Es dauerte lange, bis wieder von Annährung zwischen beiden Ländern zu sprechen sein konnte. Nun scheint damit gänzlich Schluss zu sein, besonders, nachdem nun viele Kambodschaner ihre Geschäfte auf thailändischen Bode schlossen und in ihr Heimatland zurück kehrten. Ebenso verließen Thais nahezu fluchtartig Spielkasinos in Kambodscha.

Fronten zwischen Thailand und Kambodscha verhärten sich weiter

Wenn man die aktuelle Entwicklung der Beziehungen zwischen Thailand und Nachbarland Kambodscha betrachtet, kann man dem aktuell kaum etwas Gutes abgewinnen: den Streit um den Khmer Tempel habe ich ja bereits geschildert. Nun geht jedoch die angespannte Stimmung in eine neue Runde, denn nun wurde der ehemalige thailändische Premier Thaksin Shinawatra, dem in Thailand eine zweijährige Haftstrafe erwarten würde und der daher 2006 aus Thailand geflohen ist, zum Wirtschaftsberater der kambodschanischen Regierung ernannt! Aus thailändischer Sicht ist dies eine Provokation, schließlich proklamiert Thaksin seit seiner Amtsenthebung, die thailändische Regierung ist zu Unrecht an der Macht und müsse entmachtet werden. Als Reaktion darauf zog Thailand seinen Botschaft aus Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh ab, was ein klares Zeichen setzt. Diese harte Reaktion brachte eine entsprechend harte Gegenreaktion mit sich, und Kambodscha zog ihren Botschafter aus Bangkok ab. Details zu diesem Konflikt folgen…

Geschmacklose Hitler Werbung in Thailand

„Hitler ist nicht tot“ – mit diesem geschmacklosen Slogan neben einem Foto von Adolf Hitler bei dessen Gruß machte ein thailändisches Museum auf sich aufmerksam. Es mag absurd klingen, aber zur Erklärung sei gesagt, dass es sich um ein Wachsfigurenkabinett handelt, in dem nun auch eine Figur von Hitler ausgestellt wird. Auch wenn diese Figur dort sicherlich stehen bleiben darf, die Werbung durfte es nicht.

Mit großer Empörung reagierten der deutsche und israelische Botschafter in Thailand. Dass man mit einem Monster wie Adolf Hitler keine Werbung machen dürfe, war ein Statement, was in diesem Zusammenhang vom israelischen Botschafter Itzhak Shoham zu hören war. Die Werbung wurde daraufhin abgedeckt.

Oppositionelle Demonstranten gedenken Thaksin in Bangkok

Am gestrigen Samstag fanden sich nach Angaben der Veranstalter 30 000 rot gekleidete Demonstranten auf den Straßen der thailändischen Hauptstadt Bangkok ein, um für ihren früheren Ministerpräsident Thaksin Shinawatra einzutreten. Zur Sicherung des Regierungsviertels wurde ein großes Polizei und Militäraufgebot in Stellung gebracht. Am 19. September 2006 wurde der umstrittene Populist Thaksin durch einen Militärputsch abgesetzt, als er sich gerade auf einer New York Reise zur UN Vollversammlung befand. Abhisit Vejjajiva führt seither die Geschäfte als Premierminister. Seither lebt der milliardenschwere ehemalige Ministerpräsident im Exil, weil er in Thailand zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Seine Absetzung war auch im vergangenen Jahr der Grund für die zahlreichen Proteste in Thailand.

Thailand erneut Leidtragender der verschärften Weltwirtschaft

Seit geraumer Zeit herrscht ein Konflikt zwischen den USA und China vor. Der Grund dafür sind Reifenim- und –exporte. Um den eigenen Automobilmarkt nicht noch stärker zu schwächen, erhebt die USA auf Präsident Obamas Anregung ab 26. September hohe Zölle auf Chinesische Reifenimporte.

Das wirkt sich indirekt auf Thailand und dessen Wirtschaft aus. Denn Thailand ist der größte Kautschukproduzenten weltweit. Wenn nun in Folge der Schutzzollpolitik der USA China weniger Reifen absetzen kann, wird Thailand auch weniger Kautschuk zu fairen Preisen verkaufen können und die Bauern werden letztlich die Leidtragenden sein. Denn die thailändische Wirtschaft wird einen Einbruch im Kautschuksektor nur schwer verkraften können. Bleibt zu hoffen, dass die USA ihre Zollpolitik noch einmal überdenken wird…

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